Publikationen


Chinas Machtpolitik anders lesen

Das vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping 2013 initiierte Seidenstrassen-Projekt (Belt-and- Road-Initiative, BRI) ist die wirkungsmächtigste Demonstration chinesischer Machtansprüche. Die globalen Ambitionen Pekings sind ein interessantes Beispiel dafür, wie in der gegenwärtigen Zeit Geo- und Machtpolitik betrieben wird. Heute sind Infrastrukturen, Diplomatie, Technologien und die Wirtschaft, aber auch das internationale Recht, (Des-) Informationskampagnen und Cyber-Operationen wichtige Mittel der geostrategischen Positionierung. Sie können bewusst diffuse Bedrohungslagen kreieren und Symbolwirkungen projizieren, um weltpolitische Zielsetzungen zu realisieren. Auf all dieser ganzen Klaviatur spielt China sehr erfolgreich.

Was bedeutet dies für Europa und für die Schweiz? Wird dieses gigantische Infrastrukturprojekt Handelsnationen näher zusammenbringen oder kommt es zu einer schleichenden Vormachtstellung Chinas in Europa, im Nahen Osten und in Afrika? Ist es der Anfang einer sinozentrischen Welt?

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Eine Geopolitik des Cyberspace

«Cyber» ist heute vor allem in der Politik, in der Wirtschaft und im Sicherheitssektor ein Schlagwort geworden. Im Gleichschritt mit damit zusammenhängenden Trendbegriffen wie «Digitalisierung», «Big Data» oder «Industrie 4.0» hat das Thema Cyber auch die Sicherheitspolitik erreicht. Etwas tiefschürfender soll hier die sicherheits- und geopolitische Relevanz des Cyberspace ergründet werden. Die soziotechnologische Auseinandersetzung mit dem Cyberspace soll das Verständnis für die Vernetzungen und Zusammenhänge sowie eine umfassende Betrachtungsweise und Entscheidungsfindung fördern.

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SPIN POLITICS – MACHTPOLITIK ANDERS LESEN

Propaganda war gestern. Heute sind Infrastrukturen, Technologien und die Wirtschaft aber auch PSYOPS sowie CYBEROPS wirkungsvolle Mittel der Konfliktführung. Sie können bewusst diffuse Bedrohungslagen unterhalten um machtpolitische Zielsetzungen zu realisieren. Dies fordert neue Massstäbe der geopolitischen Risikobeurteilung. In diesem Artikel wird argumentiert, dass Operationssphären heute hochgradig vernetzt sind. Dabei wird der Umgang mit der Informationssphäre immer zentraler. Um die Verschränkungen des Informationsraums besser begreifen zu können, werden die Verflechtungen mit dem Begriff Spin Politics umschrieben. Die machtpolitischen Ambitionen Chinas illustrieren exemplarisch wie Geopolitik und Militärstrategie betrieben wird.



What is artificial Intelligence in 2018 and beyond?

Autor: Dr. Siim Karus & Dr. Remo Reginold

2018 swissfuture Nr. 02

Künstliche Intelligenz ist eine trendige Bezeichnung und wird im Allgemeinen als eine technologische Supermacht definiert. Diese Konnotationen führen dazu, dass sie einerseits idealisiert oder andererseits dämonisiert wird. Dabei gerät gelegentlich die Tatsache ausser Sichtweise, dass künstliche Intelligenz ganz unterschiedliche Technologien mit verschiedenen Anwendungen und Effekten zusammenfasst. Dieser Artikel hinterfragt den Begriff der künstlichen Intelligenz kritisch und legt verschiedene technologische Entwicklungen dar. Diese kurze Übersicht über die technologischen Nuancen soll helfen, die Fundamente der künstlichen Intelligenz und potenzielle Implikationen auf die Gesellschaft und auf menschliche Interaktionen zu verstehen.



HOW TO COLONIZE MARS?

Plans to colonize Mars raise heretofore unasked questions about state formation. Human history is replete with new political systems replacing old ones, whether by revolution or conquest, but examples of explorers in virgin territory introducing new political systems at large scale are nonexistent. Until now, the question was rarely discussed because it was irrelevant. Yet theories about and experiences with direct democracy, especially in Switzerland, may hold innovative and productive potential for a future Mars colony and seem to confirm Musk’s instinct that direct democracy is the right approach for interplanetary explorers to govern themselves.



STAATSTHEORETISCHE KRITIK AM KONZEPT STAATSZERFALL

Mit dieser Arbeit soll belegt werden, dass in der Debatte um Staatszerfall und Staatenbildung nur wenige und limitierte Aspekte und Formen von Staatlichkeit dominieren; meist nur ein zentralistisches, rationalistisches Einheitsstaatskonzept, welches vor allem durch Wahlen, klassische politische Institutionen und Bürokratie gekennzeichnet ist. In diesen Systemen steht weniger die Verzahnung von Gesellschaft und Staat, oder eine effektive Bürgerpartizipation im Vordergrund, sondern tendenziell eine künstliche top-down Form von und als gewichtigster Part, das Gewaltmonopol und weitere Monopolisierungstendenzen beim Staat. Der Gedanke, dass heute zu Unrecht ein konformistisches Bild von Staat und Demokratie vorherrscht, welches im internationalen Kontext meist salopp als liberal , modern oder westlich betitelt wird, soll diese Arbeit durchziehen. Alternative Formen von Staatlichkeit und politischer respektive gesellschaftlicher Ordnung werden aus empirisch-ethnografischer und politiktheoretischer Perspektive hergeleitet. Die Schweiz dient hierbei als anschauliches Beispiel, weil sie ganz spezifische institutionelle und archaisch anmutende Ausprägungen von Demokratie und Staatlichkeit hat, die noch immer fragmentierte und unkonventionelle, aber stabile Aspekte vorweist.