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ASEAN, RCEP und APEC: Asien bewegt sich

Zwischen dem 26.-28. Oktober 2025 findet der 47. Gipfel der ASEAN-Staaten in Kuala Lumpur, Malaysia statt. Die Aufwartung höchster Politiker im erweiterten pazifischen Umfeld ist bemerkenswert. Neben US-Präsident Donald Trump, soll auch der chinesische Premier Li Qiang, Japans neue Premierministerin Takaichi Sanae, Südkoreas Präsident Lee Jae-myung und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, sowie weitere Leaders aus Südafrika, Kanada, Australien und Neuseeland teilnehmen. Indiens Premierminister Narendra Modi nimmt virtuell teil.  Auf dem Programm steht die erste Erweiterung der Staatengruppe seit 1999 mit Osttimor als elftem Mitgliedsstaat. Donald Trumps Besuch wird inzwischen eher symbolisch als strategisch gelesen, weil er insbesondere nur an am Friedensschluss zwischen Kambodscha und Thailand interessiert zu sein scheint. Er soll verlangt haben, dass China von der Zeremonie ausgeschlossen wird. Zudem werden primär bilaterale Handelsdeals in den Bereichen Zollpolitik, kritische Mineralien und seltene Erden abgeschlossen.

Als nicht uninteressante Seitenveranstaltung findet der 5. Gipfel der Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) statt. RCEP ist ein Freihandelsabkommen, welches am 1. Januar 2022 in Kraft getreten ist. Es ist die grösste Freihandelszone der Welt, die 2020 bereits als Gegenreaktion zu Trumps Protektionismus beschlossen wurde. Die zehn ASEAN-Mitgliedsstaaten und fünf weiteren Staaten China, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland sind Mitglied. Es steht nun eine historische Erweiterung an. Hong Kong, Sri Lanka, Chile und Bangladesch könnten die Freihandelszone strategisch verstärken.

Am 30. Oktober folgt danach der CEO-Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) in Südkorea, bei welchem nach wie vor nicht klar ist, ob Chinas Staatschef Xi Jinping mit US-Präsident Trump zusammentreffen wird.

Auch wenn dieses Jahr BRICS nicht so sehr im Vordergrund stand, konnte doch mit dem SCO-Gipfel Ende August in China ein asiatischer Akzent gesetzt werden, der nun in einem weiteren Schritt ökonomisch und handelspolitisch, aber nicht minder symbolträchtig untermalt wird. Aus Sicht vom Swiss Institute for Global Affairs (SIGA) ist das Zeichen klar. Die Musik spielt in Asien und selbst die USA und Südamerika orientieren sich mehr und mehr westwärts über den Pazifik, und immer weniger ostwärts über den Atlantik. Das Bild von attraktiven Formaten mit Anziehungskraft wird damit gestärkt. Modi bringt es auf den Punkt, wenn er die Indien-ASEAN Partnerschaft nicht nur als wirtschaftliche, sondern auch als kulturelle Beziehungen versteht und dabei auf Inklusion und Nachhaltigkeit setzt. Dabei versteht er mit den beiden Stichworten unter anderem digitale Inklusion, Ernährungssicherheit und resiliente Lieferketten (The Times of India, 26.10.2025). In diesen Verschiebungen scheint Europa politisch und kulturell keine Rolle zu spielen.