Rückblick


Lilienberg Unternehmer Forum

Cyber: Machtpolitik, strategische Kommunikation und menschliches Zusammenleben

Referate und Diskussion mit Dr. Daniel Kunzelmann und Urs Vögeli

 

27. August 2020, 17:30-19:30 Uhr

Lilienberg, 8272 Ermatingen

 

Allzu oft werden Cyberspace und Cybersicherheit sehr einseitig technisch diskutiert und behandelt. Dabei geht die umfassendere und strategische Bedeutung des Digitalen in der Debatte verloren. Welchen Einfluss hat die Cybersphäre auf das menschliche Zusammenleben und die Geopolitik? Diesen Fragen wurden debattiert.


Bei einer geopolitischen Betrachtungsweise des Cyberraumes verschiebt sich der Fokus von einem technischen Verständnis der Cybersphäre hin zu einer informationellen und symbolischen Perspektive. Machtpolitik, Infrastrukturen, strategische Kommunikation sowie aber auch Normenverschiebungen stehen dabei im Zentrum. Am Beispiel von Chinas neuer Strategic Support Force und am Thema Künstliche Intelligenz manifestieren sich diese geostrategischen Zusammenhänge exemplarisch.

 

Cybertime: der Einfluss der digitalen Medien auf unseren Alltag

Neuen Medientechnologien ist eine spezifische Taktung einprogrammiert, die uns in unserem digitalisierten Leben unbewusst steuert. Die digitalen Medien geben den Rhythmus unseres Alltags immer umfassender und tiefgreifender vor. Sie müssen als agierende Instanzen verstanden werden, die durchaus eigenmächtig handeln können. Im Cyberspace - so die These dieses Vortrags - gibt es nicht nur Steuermänner und -frauen, sondern auch selbststeuernde und uns beschleunigende Algorithmen und Architekturen. Die temporale Dimension ist dabei ein zentraler und bisher wenig diskutierter Aspekt.


Effinger Brownbag

Domestic politics of China and the Belt and Road Initiative

Prof. Dr. Baogang He (Deakin University Australia) im Gespräch mit Dr. Remo Reginold (SIGA)

 

Am 15. Juni 2020 um 12 Uhr diskutierten wir in Bern mit Prof. Dr. Baogang He (Deakin University Australia) die Verbindung zwischen der Innen- und Aussenpolitik Chinas. Die Rolle der Kommunistischen Partei Chinas, sowie die komplexe Verquickung von Partei, Staat und Militär sind dabei essentielle Treiber der holistischen Herangehensweise Chinas im Rahmen der "Going Global"-Strategie und Belt and Road Initiative BRI. Im Gespräch mit Dr. Remo Reginold (SIGA) wurden die innenpolitischen Deutungs- und Interpretationsmuster der chinesischen Belt and Road Initiative vertiefter analysiert. Dieser Innenblick soll helfen, die geo- und sicherheitspolitischen Herausforderungen in Zusammenhang mit China besser verstehen und einordnen zu können.

 

 

Baogang He ist Alfred-Deakin-Professor an der Deakin University und Ehrenprofessor an der Huazhong Normal University in China. Zurzeit doziert er an der Universität Zürich unter anderem zum Thema "China and the world". Er promovierte 1994 in Politikwissenschaft an der Australian National University und ist bekannt für seine Arbeiten zum Thema chinesische Demokratisierung und Politik, insbesondere im Bereich deliberative Politik in China, sowie zu Asiatischem Regionalismus, Föderalismus und Multikulturalismus.

Download
Artikel von Prof. He zum Thema BRI und China
Literaturempfehlung
2019 The Domestic Politics of the Belt a
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Effinger Open Debate

Künstliche Intelligenz – Heil oder Fluch für die Menschheit?

Eine Partnerveranstaltung von SIGA und dem Coworking Space Effinger

Freitag 24. Januar, 19:15 - 21:15 Uhr, Effinger Bern, Raum Grosse Schanze

Moderation: Daniel Osterwalder (www.visual-dynamics.ch)

Live-Visualisierung: Patrick Stahel (SIGA)

KI Performance: Oleg Lavrovsky

Film: Jonathan Hess (https://movingwater.ch)

 

Diskussionsgäste:

- Prof. Dr. Boi Faltings, Artificial Intelligence Laboratory EPFL

- Prof. Dr. Eva Weber-Guskar, Ruhr-Universität Bochum

- Dr. Anika Schumann, IBM Research KI

- Dr. Remo Reginold, Swiss Institute for Global Affairs

- Mirjam Neidhart, Regisseurin, Autorin

 

Thema: 

Künstliche Intelligenz (KI). Es ist ein Schlagwort geworden. Es wird für Marketingzwecke genauso verwendet wie für geopolitische Machtprojektionen. Staaten und Firmen buhlen um die technische Vorherrschaft. Die Gefühlslage zum Begriff KI pendelt irgendwo zwischen zauberhaftem Wundermittel und apokalyptischer Gefahr hin und her. Dabei ist unsere Vorstellung von KI massgeblich durch Science-Fiction geprägt. Auch hier sind KI entweder nette, hilfsbereite und wundersame Roboter wie Data aus Star Trek, Nummer 5 oder der kleine Junge David aus Steven Spielbergs AI, oder aber zerstörerische, allmächtige und zentralistische Computer und Programme aus Terminator, Matrix oder I, Robot.


 

Unsere Open debate möchte die einfachen Narrative verlassen und die Frage stellen: was ist KI heute und morgen. Von was sprechen wir, wenn wir von intelligenten Algorithmen reden? Unbestritten ist wohl, dass das Verhältnis Mensch-Maschine sich verändern wird. Aber auch der Mensch wird durch künstliche Intelligenz verändert werden, sowie auch das Zusammenleben in der Gesellschaft. Womöglich verändert sich die Sprache, die Vorstellung von der menschlichen Intelligenz und der Wert des Menschlichen. So spielen natürlich auch immer mehr ethische und philosophische Fragen eine zentrale Rolle. Die soziotechnologischen und ökonomischen Veränderungen in Zusammenhang mit den Stichworten «Industrie 4.0» sind dabei genauso relevant. Aber auch die Cyberanthropologie bietet Antworten, die bisher in den Debatten oft ausser Acht gelassen wurden. Dazu kommen fundamentale sicherheitspolitische Fragen, ob KI unsere Gesellschaft sicherer macht oder wir gerade dadurch unsere Resilienz verlieren. In einem interdisziplinären und partizipativen Dialog möchten wir Experten mit unterschiedlichen Perspektiven und die interessierte Zivilgesellschaft zusammenbringen.


Referat beim Sicherheitspolitischen Forum Zentralschweiz

Chinas Strategie im Fokus

Eine Veranstaltung des Sicherheitspolitischen Forums Zentralschweiz (SPFZ)

Montag 20. Januar, 19:00 Uhr, im Kantonsratssaal des Regierungsgebäudes in Luzern

Einführung durch den Präsidenten des SPFZ Peter W. Ottiger

Referat durch Dr. Remo Reginold

Frau Dr. Nicole Frank im Gespräch mit Dr. Remo Reginold

und Fragerunde aus dem Publikum

 

 

Anschliessend wurde ein chinesisch inspirierter Apéro offeriert



Vortrag

Chinas neue Seidenstrasse und die Schweizer Wirtschaft

20. November 2019 - 20:00 Uhr

Aula Mehrzweckhalle Hirschmatt, 5042 Hirschthal

Vortrag von Dr. Remo Reginold



BROWNBAG im EFFINGER BERN

Chinas neue Seidenstrasse: Kommunikation in der Weltpolitik

Mit Dr. Remo Reginold

Mittwoch, 21. August 2019, 12-13 Uhr

Im Effinger Coworking Space Bern

Die Welt verfolgt mit Interesse und Faszination, aber auch mit zunehmendem Argwohn Chinas raschen Aufstieg zur wirtschaftlichen, politischen und militärischen Supermacht. Dafür setzt die Führung des Reich der Mitte auf eine geschickte Kommunikation auf der Weltbühne.

Das vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping 2013 initiierte Seidenstrassen-Projekt (Belt-and-Road-Initiative, BRI) ist dabei die wirkungsmächtigste Demonstration chinesischer Machtansprüche.

Die globalen Ambitionen Pekings sind ein interessantes Beispiel, wie in der gegenwärtigen Zeit Geo- und Machtpolitik betrieben wird. Heute sind Infrastrukturen, Diplomatie, Technologien und die Wirtschaft aber auch das internationale Recht, Kommunikationskampagnen und Cyber-Operationen wichtige Mittel der geostrategischen Positionierung. Auf all diesen Klaviaturen spielt und kommuniziert China sehr erfolgreich.



REFERAT AM LILIENBERG UNTERNEHMERFORUM

DIE SYMBOLPOLITIK DES KIM JONG-UN

Mit Dr. Remo Reginold

Freitag, 5. Juli 2019, 17 Uhr

 

Nordkorea ist ein diktatorisch geführtes Land kommunistischer Prägung. Die wirtschaftliche Leistung des Landes ist beschränkt, das gesellschaftliche Zusammenleben vom Staat vorgeschrieben und das militärische Potential limitiert. Aufbauend auf diesen Bedingungen hat der noch relativ junge Führer Kim Jong-un mit seinem nuklearen  Programm ein Machtmittel geschaffen, dass es ihm erlaubt, Grossmächte wie die USA aber auch China herauszufordern. Die Machtdemonstrationen Kim Jong-uns sind ein Meisterbeispiel, wie man mit bescheidenen Mitteln, aber mit effektiver Symbolpolitik Macht projizieren kann. An diesem Anlass wurde nachgezeichnet, wie Kim Jong-un mit unterschiedlichsten Mitteln spielt – dabei stehen die nuklearen Raketen nicht einmal im Mittelpunkt. Heute heisst Machtpolitik in vielschichtigen Verhältnissen die Deutungshoheit für sich in Anspruch nehmen zu können. Kim Jong-un beweist, dass es Public Relations jenseits der gängigen diesbezüglichen Regeln gibt.



REFERAT AM LILIENBERG UNTERNEHMERFORUM

Die Auswirkungen der geopolitischen Entwicklungen auf die Finanzmärkte

Mit Dr. Remo Reginold

Mittwoch, 19. Juni 2019, 17:00 - 19:30 Uhr

 

Erwähnt seien hier der Handelskrieg der USA gegen China, die Konflikte innerhalb der EU um den italienischen Haushalt oder die Eskalation der Konflikte im Nahen Osten. Darum müssen sich die Unternehmen und Finanzhäuser immer mehr der politischen Analyse der weltweiten politischen Trends widmen.

An diesem Anlass haben wir zusammen mit Fachmann David Kohl von der Bank Julius Bär eine solche Analyse durchgeführt und die Auswirkungen der geopolitischen Entwicklungen auf die Finanzmärkte erkundet.



Yuri's Night im Verkehrshaus der Schweiz

Open debate: Mars-Kolonisierung

Freitag, 12. April 2019, 20:15 Uhr

 

Moderation: Mäth Gerber

Live-Visualisierung: Patrick Stahel

 

- Prof. Dr. Oliver Ullrich, Weltraummedizin, UZH

- Oliver Botta, Wissenschaftlicher Berater (Trägerraketen und Weltraumexploration), Abteilung Raumfahrt SBFI

- Martin Gasser, Geologe, 4th Planet Logistics

- Prof. Dr. Marcel Egli, Biotechnologie HSLU

 

An der Yuri’s Night wird jedes Jahr am 12. April an verschiedenen internationalen Veranstaltungen den Errungenschaften der Menschheit in der Weltraumforschung gedacht. Die Veranstaltung ist benannt nach dem ersten Menschen im Weltraum, Yuri Gagarin, welcher mit dem Raumschiff Wostok 1 am 12. April 1961 ins All vorgestossen ist.

Zusammen mit verschiedenen Partnern nimmt das Verkehrshaus an der diesjährigen Gedenkveranstaltung Yuri’s Night 2019 teil mit dem Thema «Kolonisierung Mars». Ist dies möglich? Wenn ja, in welchem Zeithorizont? Ist das überhaupt nötig? Im Rahmen der Referate und der Debatte soll unter Einbezug der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Gesellschaft eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglicht werden und dabei zeigen, wohin die technologische Entwicklung und die Reise gehen kann.



Neue Seidenstrasse China

Referat am Lilienberg Unternehmerforum

 

Machtpolitik anders lesen – am Beispiel von Chinas neuer Seidenstrasse

Mit Dr. Remo Reginold

Vom Dienstag, 29. Januar 2019, 17 Uhr

 

Die ganze Welt verfolgt mit Interesse und Faszination, aber auch mit zunehmendem Argwohn, Chinas raschen Aufstieg zur wirtschaftlichen, politischen und militärischen Supermacht. Dafür setzt die Führung des „Reich der Mitte“ auf eine schlaue Kombination von zentralistischer Parteipolitik und kapitalistischer Marktwirtschaft.

 

Das vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping 2013 initiierte Seidenstrassen-Projekt (Belt-and-Road-Initiative) ist dabei die wirkungsmächtigste Demonstration chinesischer Machtansprüche.

Machtpolitik Sicherheitspolitik Geopolitik China

Über den Land- und über den Seeweg wollen die Chinesen Asien, Afrika und Europa erschliessen und wirtschaftlich miteinander verbinden. Was bedeutet dies für Europa und für die Schweiz? Soll dieses gigantische Infrastrukturprojekt Handelsnationen näher zusammenbringen oder kommt es zu einer schleichenden Vormachtstellung Chinas in Europa, im Nahen Osten und in Afrika?

Die globalen Ambitionen Chinas sind ein  interessantes Beispiel, wie in der gegenwärtigen Zeit Machtpolitik betrieben wird. Heute sind Infrastrukturen, Diplomatie, Technologien und die Wirtschaft aber auch Desinformations-Kampagnen und Cyber-Operationen wichtige Mittel der Konfliktführung. Sie können bewusst diffuse Bedrohungslagen kreieren und Symbolwirkungen projizieren, um machtpolitische Zielsetzungen zu realisieren.

Auf all diesen Klaviaturen spielt China sehr erfolgreich. In unserem Anlass wird gezeigt wie heute Machtpolitik funktioniert und was das für die globale Ordnung aber auch für die Wirtschafts- und Sicherheitspolitik der Schweiz bedeuten kann.


Mars Kolonisierung Event
Mars Kolonisierung

MARS-KOLONISIERUNG: UTOPISCH ODER VISIONÄR?

Effinger Open Debate

Vom Mittwoch, 28. November 2018

 

Gäste:

- Pierre Brisson, Mars Society Switzerland

- Prof. Dr. Oliver Ullrich, Weltraummedizin, UZH

- Prof. Dr. Kathrin Altwegg, Space Research & Planetary Sciences, UNIBE

- Prof. Dr. Marcel Egli, Weltraummedizin, HSLU

- Renato Krpoun, Leiter Abteilung Raumfahrt SBFI

- Nationalrat Felix Müri für ein Grusswort der WBK

 

Moderation: Urs Vögeli

Live-Visualisierung: Patrick Stahel


Inhalt:

Damit die Menschheit vor sich selbst gerettet werden kann, träumt der Unternehmer und Visionär Elon Musk schon lange von bemannten Flügen auf den Mars und dessen Kolonisierung. Mit seiner Firma SpaceX kommt er dieser Vision mit konkreten Entwicklungen im Bereich Raketentechnologie Stück für Stück näher. Damit haben er und andere Pioniere auch eine neue Ära der Raumfahrt eingeläutet. Die einen loben diese visionären Initiativen, die anderen kritisieren jedoch auch die Ökonomisierung und Privatisierung des Weltraums. Weltraumbergbau, Weltraumtourismus, Raketenrecycling, Minisatelliten und Satellitennetzwerke sind die Stichworte.

Nichtsdestotrotz werden die Mars-Pläne von vielen als Spinnerei von Milliardären abgetan. Zurecht lässt sich fragen, wieso brauchen wir den Planeten Mars? Ist die Mars-Kolonisierung eine Projektionsfläche aus Science-Fiction, Literatur und Kunst, eine Utopie für Nerds oder kann sie Impulse für neues menschliches Zusammenleben (Coworking, Coliving, agile Organisationsformen) aber auch für die wissenschaftliche Forschung und ökonomisch-technologische Entwicklungen liefern? Wie würde man eine Community aufbauen auf dem Mars, was wird Arbeit auf dem Mars bedeuten und wer würde sich überhaupt auf dem Mars niederlassen? Was würde dies physiologisch und psychologisch mit dem Menschen machen? Was für Staats- und Demokratieformen braucht es unter solchen Verhältnissen und wie kann eine Geopolitik definiert werden, die sich jenseits der Erde abspielt?

Fragen über Fragen, die in unserer Open Debate vielschichtig, kontrovers und inspirierend diskutiert wurden.